WAS
Zwischen Tanzvideos und „brainrot"-Content begegnen Kinder und Jugendliche auf Social-Media-Plattformen wie TikTok manchmal auch der Tagesschau. Diese erscheint auf den Bildschirmen der Smartphones, doch am Ende entscheidet der Algorithmus darüber, ob es sich bei den Inhalten, die Kinder und Jugendliche erhalten, wirklich um seriöse und verlässliche Nachrichten handelt. Tatsächlich konkurrieren auf Social-Media-Plattformen traditionelle Redaktionen mit Influencer:innen und anderen politisch engagierten Akteuren. Im Social-Media-Gerangel um Aufmerksamkeit – und in Zeiten von KI-generierten Bildern – wird es gerade für junge Nutzer:innen immer schwieriger, seriösen journalistischen Content von Beeinflussung, Desinformation und Fake News zu unterscheiden. Aus diesem Grund ist es von grundlegender Bedeutung, das Verständnis für das Feld „Journalismus" im Allgemeinen zu stärken sowie für die deutsche und italienische Medienlandschaft im Speziellen – mitsamt ihrer jeweiligen Stärken und Schwächen.
Bei Offene Welt e.V. ist das Projekt „Scrollen. Checken. Denken. Methoden und Übungen zur Förderung kritischer Medienkompetenz in der Post-Truth-Gesellschaft" aktiv. Das Projekt besteht aus zwei Workshops für Jugendliche von 13 bis 15 Jahre. Die Jugendlichen lernen dabei, mit partizipativen und kreativen Methoden Desinformation zu erkennen, Informationen kritisch zu hinterfragen und gemeinsam darüber zu diskutieren.
Die zwei Workshops sind kostenlos und werden von der Stadt Köln im Rahmen des Förderprogramms „Demokratie leben!" finanziert. Die Workshops sind für Gruppen von maximal fünfzehn Jugendlichen geplant und dauern jeweils etwa fünf Stunden, inklusive einer gemeinsamen Mittagspause. Die Termine finden in den Räumlichkeiten des interkulturellen Zentrums Mondo Aperto statt.
Der erste Workshop „Fake News, ihre Folgen und unser Werkzeug" am 05.09.2026 widmet sich der Verbreitung von Fake News in sozialen Netzwerken, den Mechanismen sozialer Netzwerke und ihrer Wirkung auf uns.
Im zweiten Workshop „Journalismus auf Social Media" am 10.10.2026 geht es um die aktuelle Informationslandschaft: wie Desinformation funktioniert und wie man verlässliche Informationskanäle findet.
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Anmeldungen bis zum 31.08.2026 an:
offeneweltmondoaperto@gmail.com
WER
Die Workshops werden von Sophie Weller (Die Medienlotsinnen) geleitet, Pädagogin mit langjähriger Erfahrung in der Durchführung und Konzeption von Kursen und Workshops mit den Schwerpunkten Information, Desinformation und Journalismus, sowie von Elio Antonucci, Pädagoge und Leiter der „Werkstatt gegen Desinformation".
Die Workshops kombinieren Inhaltsvermittlung mit anwendungsorientierten Methoden aus der (politischen) Medienbildung. Mittels multimedialer Präsentationen haben die Jugendlichen die Möglichkeit, die aktuelle Medienlandschaft besser zu verstehen und den Stand der Information in Italien und Deutschland miteinander zu vergleichen. Gleichzeitig werden sie mit konkreten Aufgaben und Zielen konfrontiert, die sie eigenständig oder in Gruppen bearbeiten. In diesem Kontext sind auch spielerische Aktivitäten geplant, bei denen die Jugendlichen eigene Inhalte erstellen und über deren Bedeutung reflektieren können.
Besonderes Augenmerk liegt auf Jugendlichen mit italienischem Migrationshintergrund. Laut journalistischen Berichten und Forschungen gehört Italien zu den Ländern, die besonders stark von russischer Desinformation betroffen sind. Vielleicht aufgrund langfristiger historischer Verbindungen könnte Russland seit Beginn des Ukraine-Krieges 2014 seinen Einfluss durch Desinformationskampagnen ausüben, mit dem Einsatz von Bots, Trollfabriken und gefälschten Nachrichten, durch die Finanzierung wichtiger italienischer Medien sowie durch die Besorgnis erregende Durchdringung sensibler Bereiche der italienischen Verteidigungsstrukturen. Besonders stark von Desinformation und Informationsüberflutung betroffen sind Jugendliche und Kinder mit italienischem Migrationshintergrund. Sie sind nicht nur klassischen italienischen Informationskanälen (Zeitungen, Fernsehen) ausgesetzt, die in der Familie stark präsent sind und häufig Desinformation enthalten, sondern erleben als aktive Nutzer*innen sozialer Netzwerke wie TikTok, Instagram und Snapchat neue Dynamiken der Informationsverbreitung und Desinformation.


